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Hans-Walter Slembeck wurde am 20. August 1936 in Kamp-Lintfort als ältester Sohn von Elfriede und Hans Slembeck geboren. Es folgten die Geschwister Ingrid, Irmhild und Otto. Ihr Vater Hans starb bereits 1945 infolge einer Mandelentzündung an einer Blutvergiftung.






















Im Alter von elf Jahren erhielt Hans-Walter seinen ersten Klavierunterricht. Sein musikalisches Interesse wurde durch seinen Onkel Otto Untermann geweckt, der ihn bereits nach noch nicht zwei Unterrichtsjahren zur Harmoniumbegleitung in der Baptistengemeinde einspannte und sich bei einfacheren Schubertliedern begleiten ließ, was er allmählich immer mehr ausweitete, so daß Hans-Walter auf diese Weise vor allem mit dem romantischen Liedschaffen vertraut wurde und sich damit zugleich auch durch wachsendes Interesse selbst den Zugang zur instrumentalen Romantik und Klassik erschloß. Nicht zuletzt halfen dabei auch seine häufigen Treffen mit seinem Vetter Dieter Slembeck, der zunächst mit dem Geigenstudium liebäugelte, bevor er sich für die Sängerlaufbahn entschied. Die beiden musizierten im Duo oder schmetterten mit Hingabe Opernarien. Hans-Walters früheste Kompositionen stammen aus der Zeit ab 1951. Es handelte sich um Versuche im Stile von Schuberts Sololiedern.









Er besuchte die Städtische Realschule Kamp Lintfort, machte dort 1953 seinen Abschluß und absolvierte danach eine Lehre als Industriekaufmann bei der Hüttenwerk Rheinhausen AG. Seit 1956 arbeitete er in der Verwaltung der britischen Rhine Army, zunächst im Barrack Office Krefeld, wo er Birgitta Linkenheil kennenlernte, seit 1959 im Barrack Office Rheindahlen.

Über die sog. „Begabtensonderprüfung" erlangte er die Zulassung zum Volksschullehrerstudium und immatrikulierte 1960 an der Pädagogischen Hochschule Dortmund. Die pädagogische Alleskämpferausbildung intensivierte er mit den Schwerpunkfächern Musik und Englisch. In diesem Rahmen erwarb er sich von Prof. Otto Busch ein Grundwissen in den Bereichen Musiktheorie und Komposition. Im übrigen blieb er musikalischer Autodidakt. Als Examensarbeit erhielt er den Auftrag, eine Schulkantate zu komponieren („Vom Himmel hoch, o Engel, kommt!°).




















Am 5. August 1961 heiratete er Birgitta Linkenheil und siedelte endgültig nach Krefeld über. 1963 wurde sein erster Sohn Andres geboren, später folgten Judith (1966) und Thassilo (1970).



















Als Lehrer arbeitete er zunächst an der Katholischen Volksschule 25, Feldstraße. Als 1968 im Zuge der Schulreform die Volksschule abgeschafft und in Grund- und Hauptschulen aufgeteilt wurde, entschied er sich für den Sekundarbereich und gelangte so an die Hauptschule Hafelstraße in Krefeld-Fischeln. 1971 wurde er zum Musikfachleiter am Bezirksseminar für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen in Krefeld berufen. Daneben fungierte er in der Lehrerfortbildung als Arbeitsgemeinschaftsleiter für das Fach Musik und als Fachberater für Musik beim Krefelder Schulamt. 1978 wurde er zum Studienseminar Primarstufe Mönchengladbach versetzt, weil dem Krefelder Seminar keine Musikreferendare zugewiesen worden waren. Der Wechsel zur Gemeinschaftsgrundschule Südschule in Krefeld-Fischeln erfolgte 1982, nachdem ein Jurist im Regierungspräsidium die Versetzung zum Primarseminar entdeckt hatte und offensichtlich bezweifelte, daß ein Hauptschullehrer gute Grundschullehrer ausbilden könne. Im Rahmen seiner Tätigkeiten als Lehrer und Lehrerausbilder beschäftigte er sich besonders intensiv mit Orff-Instrumenten. Es entstanden zahlreiche kindgerechte Kompositionen für den Unterricht (siehe auch „Märchenspiele mit Musik").

Neben seinen pädagogischen Verpflichtungen war Hans-Walter Slembeck seit etwa 1959 nach autodidaktischer Hinwendung zur Orgel nebenberuflich als Organist tätig, sowohl liturgisch als auch als Begleiter von Instrumentalisten und Sängern. Außerdem wirkte er als Klavierbegleiter von Chören, Sängern und Instrumentalisten.

Seit 1989 ist er Cembalist im Collegium Musicum Krefeld (http://www.collegium-musicum-krefeld.de/).

In seiner Freizeit komponierte er viele gelegenheitsbezogene Werke, meistens für kammermusikalische Besetzungen, die jedoch nur im privaten Umfeld zur Aufführung gelangten.

Im von Christoph Dohr in Krefeld organisierten Konzert-Zyklus „OPUS ‘89“, in dem das musikalische Schaffen Krefelder Komponisten im Mittelpunkt stand, wurden einige Werke von Hans-Walter Slembeck erstmals einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt („Dialogue pour flûte concertante et orgue“: Anne Burbulla und Hartmut Sennlaub; Suite für ein Melodieinstrument und Klavier: Manfred Wagner, Flöte / Peter Nowitzki, Klavier; „Mückenjagd“ für drei Flöten und Violoncello, hier in der Besetzung Flöte [Manfred Wagner], Oboe [Rolf Künzli], Violine [Elisabeth Piekanski] und Violoncello [Paul Ulrich]: Ensemble ’81; „Wach auff, mein hort!“ nach einem Text von Oswald von Wolkenstein für Singstimme und Orgel: Ute Büchter-Römer, Sopran, Ingo Braune, Orgel; „Zwei Sätze für Streichorchester“ [erster Satz mit Solo-Flöte oder Solo-Violine ad lib.]: Klaus Köwing, Solo-Flöte, Collegium musicum Krefeld, Ltg.: Bernd Erich Brinkmann).

Es folgten Wiederaufführungen, u. a. in der Folkwang-Musikhochschule, Abt. Duisburg („Zwei Sätze für Streichorchester“: Bertram Hartling, Solo-Violine, Ensemble fin de siècle fin de millénaire, Ltg. Eric Ingwersen), in Badenweiler („Dialogue pour flûte concertante et orgue“: Frank Michael und Constanze Enderle, 23.9.1990), Charlotte/USA (Suite für ein Melodieinstrument und Klavier [hier Cembalo]: Edward Farrell, Flöte / Karen Hite Jacob, Cembalo, 19.2. 1993), sowie die UA der „Arkadischen Reminiszenzen — Inselfestival Hombroich 1992“ durch das Contra-Trio (Eckart Schloifer / Klaus Heitz / Michinori Bunya) am 14.4.1994.

Nach einem Herzinfarkt 1991 schied er vorzeitig aus dem Lehrerdienst aus.